Apples & Olives

1st Indie Classical Festival Zürich 21. - 24. Mai 2014

EXIL & Moods Club Zürich

Website: Apples & Olives Indie Classical Festival Zurich

Next edition: March 3 - 6 2016

 

"But when I look at the most hopeful signs of the future, they lie precisely in the new repertoire and new kinds of ensembles that are being developed - Bang on a Can and its descendants, the New Amsterdam label's group of composers and performers, Claire Chase and ICE, and the list goes on. A lot of the most vital new music these days is reaching out to younger listeners by blurring lines, incorporating different traditions and instruments."

Anne Midgette, Washington Post Chief Classical Music Critic, January 30, 2014

 

„One possible destination for twenty-first-century music is a final „great fusion“: intelligent pop artists and extroverted composers speaking more or less the same language“

Alex Ross, „The Rest Is Noise“, 2007, p. 590

 

Mit Apples & Olives präsentiert sich das erste «Indie Classical» Festival in Zürich. «Indie Classical» bezeichnet eine neue Kultur des Genre-übergreifenden Zusammenspiels von klassischen KomponistInnen und Indie-MusikerInnen und Bands aus Rock, Pop und Jazz. Dabei vermischen sich die Formen der klassischen Orchester- und Kammermusik mit dem Bandbewusstsein der Indie-Szene und es entstehen neue Kombinationen von akustischer und elektronischer Musik. Eine neue moderne Interpretations- und Performance Kultur entwickelt sich so aus dem Geiste einer offenen, stil-unabhängigen Gemeinschaft.

 

Die «Indie Classical»-Szene entwickelte sich an mehreren Orten gleichzeitig (New York, London, Berlin, Amsterdam, Zürich). Eine starke Strömung ging ab 2008 von Brooklyn, New York aus. Mit Judd Greenstein, Labelchef des Brooklyner Labels «New Amsterdam Records» konnte für das Festival eine zentrale Figur dieser Szene als Ko-Kurator gewonnen werden. Seine Partner auf Schweizer Seite sind Etienne Abelin, Ynight-Gründer und Mitglied des Lucerne Festival Orchester und Nik Bärtsch, Exil Club Mitbegründer und Leader der Zenfunk-Band Ronin. An den vier Festivalabenden im Exil und Moods werden verschiedene Facetten dieser neuen Musikkultur zu hören sei: vom klassischen Streichquartett über modulare Musikrituale bis zum Auftritt von Singer-Songwritern - am vierten Abend auch in Kombination mit Visuals.

 

Der Festivaltitel: Man soll bekanntlich Äpfel und Birnen nicht vergleichen, also die klassische Kultur nicht mit der sogenannten populären. Apples & Olives zeigt mit dem Programm musikalisch einen dritten Weg: süsse Äpfel können in Kombination mit salzigen Oliven genossen werden.

 

Im Line-Up finden sich Musiker von bekannten Indie-Bands, wie z. B. Sarah Neufeld von Arcade Fire (USA), Shara Worden von My Brightest Diamond (USA), oder Elia Rediger von The bianca Story (CH). Es wird Musik gespielt von Franz Schubert, Philip Glass, Nik Bärtsch, Judd Greenstein, Jannik Giger, Sarah Kirkland Snider uvm.

 

 

Tagespass 35.– / 2-Tagespass 50.– / Festivalpass 70.–

Vorverkauf: www.starticket.ch

 

Transatlantisches Kuratorium: Etienne Abelin (CH), Nik Bärtsch (CH), Judd Greenstein (USA)

 

Koproduktion von classYcal, Exil, Moods (alle CH), New Amsterdam Presents (USA)

 

Unterstützt von: Pro Helvetia, Stadt Zürich Kultur, Kanton Zürich Fachstelle Kultur, UBS Kulturstiftung, mediaTon

 

Programm

 

Mittwoch 21. Mai:

20.00h Exil Zürich

Dawn of Midi (USA)

UFO (CH)

Music by: Dawn of Midi, Lukas Huber, Michael Anklin

 

Am Eröffnungsabend des Festivals spielt UFO, eine junge Schweizer Konzeptband mit einem Sound irgendwo zwischen akustischen und elektronischen Klangnebeln, improvisierter Musik und verzerrten Grooves. Nach der Eröffnung von Ufo packt das Trio Dawn of Midi Jazz und Technoeinflüsse in minimalistisch-treibende Beats. Die Presse ist begeistert und vergleicht den neuartigen Sound der drei jungen Brooklyner gerne mit der Berliner Combo Brandt Brauer Frick und Exil’s own Nik Bärtsch.

 

Donnerstag 22. Mai:

Ynight "99 Circular Grooves", 20.00h Exil Zürich

My Brightest Diamond (Shara Worden) mit Kammerensemble (vl, vla, vc, fl/picc, cl/bcl, tp, dr)

Nik Bärtsch’s Mobile EXTENDED (CH), Yband (CH), NOW Ensemble (USA)

Music by: Shara Worden, Nik Bärtsch (UA), Franz Schubert

 

Die Ynight freut sich, am zweiten Festivalabend Shara Worden im Exil zu begrüssen. Sie bringt eigene “My Brightest Diamond” Songs mit, arrangiert für Geige, Klarinette, Drums und Einiges mehr. Als Überleitung spielen in der Folge die Streicher der Yband den zweiten Satz aus Franz Schuberts Streichquintett, der nahtlos in die Sounds von Nik Bärtsch’s Mobile (erstmals durch Streichquintett erweitert) übergeht. Eine archaisch kreisende und zugleich subtil dramatische Musik.

 

Freitag 23. Mai

Doors 19.30h, Show 20.30h Moods Zürich

"Penelope", Songzyklus von Sarah Kirkland Snider (USA) feat. Shara Worden (My Brightest Diamond, USA), Etienne Abelin (Leitung, CH)

Yband Zürich (CH), NOW Ensemble (USA), Michi Wianko (USA), Nexus Reed Quintett (CH), Jannik Giger (CH), Michael Mizrahi (USA)

Music by: Sarah Kirkland Snider, Jannik Giger, Michi Wiancko, Judd Greenstein, Mark Dancigers, Frédéric Chopin, Ludwig Van Beethoven, Ryan Brown

 

Der dritte Festivalabend beginnt mit einer neuen Kollaboration von Komponistin, Geigerin und Sängerin Michi Wianko mit Apples & Olives Co-Kurator Judd Greenstein am Klavier. Danach spielt Pianist Michael Mizrahi ein Soloset, das neue Stücke mit Werken von Chopin und Beethoven verbindet. Das Nexus Reed Quintet wiederum spielt ein Stück von Jannik Giger. Im Schluss-Set erlebt „Penelope“ die Schweizer Erstaufführung. „Penelope“ ist ein einstündiger Songzyklus von Sarah Kirkland Snider für Shara Worden, Elektronik, Drums und Kammerorchester unter der Leitung von Etienne Abelin. Diese Meditation über Erinnerung, Identität und was es bedeutet, nach Hause zu kommen, ist Indie Classical pur!

 

Samstag 24. Mai

18.00h, Moods Zürich

Panel „Indie Classical: neue Synthese von klassischer Avantgarde und pop-appeal?“

Mit: Sarah Kirkland Snider, Judd Greenstein, Gabriel Prokofiev, Dieter Ammann, Nik Bärtsch - Moderation: Etienne Abelin

 

Doors 19.30h, Show 20.30h Moods Zürich

Sarah Neufeld (Arcade Fire, Can), Elia Rediger (The Bianca Story, CH), Jannik Giger (CH), Nik Bärtsch (CH), Nicolas Stocker (CH), NOW Ensemble (USA), Yband Zürich (CH)

Music by: Nik Bärtsch (UA), Elia Rediger/Nicolas Stocker (UA), Jannik Giger (UA), Sarah Neufeld, Judd Greenstein

Visuals by: Joshua Frankel - Film "Plan of the City", Jannik Giger (UA), Björk-Visualizer Stephen Malinowski, Aaawesome Colors Basel

 

Der Schlussabend von Apples & Olives, der Visuals und Musik verbindet, beginnt mit einem Set des NOW Ensemble, eines der führenden Indie Classical Ensembles New Yorks. The Bianca Story Frontmann Elia Rediger trifft danach auf den Perkussionisten Nicolas Stocker und die Yband spielt ein Streichquartett von Philip Glass mit Animationen von Björk Visualizer Stephen Malinowski. Zwei extra fürs Festival geschriebene Stücke von Jannik Giger und Nik Bärtsch rahmen ein Soloset von Arcade Fire-Geigerin Sarah Neufeld ein.

 

Im Anschluss:

 

Late-Night Apples & Olives Party feat. Gabriel Prokofiev und Live-Acts im Moods (ab 23.00h)

 

Gabriel Prokofiev - Enkel des grossen russischen Komponisten - ist mit seinem Nonclassical Label und als DJ und Komponist DER Mann für neue genre-übergreifende Klassik in London. An der A&O Party legt er auf und sein Stück Cello Multitracks für Cello und acht Speakers wird von Yband-Cellist Solme Hong gespielt.

 

 

Äpfel und Oliven während des ganzen Festivals.

 

 

Hintergrund

 

Ars Nova, Monteverdi, Rossini, Paris 1910, Indie Classical von Etienne Abelin, Ko-Kurator A&O, Gründer classYcal Netzwerk

 

„Der amerikanische Musikpublizist Alex Ross schreibt in seinem gefeierten Buch „The Rest is Noise“: „Seit Jahrhunderten wird über die Vorzüge des Rückzugs aus oder Teilnehmens an der Welt gestritten. Im 14. Jahrhundert erregten die Komponisten der Ars Nova Widerspruch, weil sie weltliche Melodien in die Messe einführten. Um 1600 klang Monteverdis kraftvoll-melodischer Stil in den Ohren seiner Zeitgenossen, gewöhnt an die geregelte Polyphonie der Renaissance, roh und zügellos. Im Wien des 19. Jahrhunderts wurde der extrovertierte Glanz von Rossinis komischen Opern gegen die verrätselte Innerlichkeit von Beethoven’s späten Streichquartetten ausgespielt....“[1] Und die eklektische Musikwelt in Paris 1910, wo sich Cabarets, Oper und Jazzrhythmen verbanden und befruchteten stand Wien ebenfalls 1910 gegenüber, wo sich Künstler wie Schönberg vehement von der als einengend und dekadent wahrgenommenen bürgerlichen Kultur abgrenzten.

Das A&O Festival ist im Geist Paris 1910 näher als Wien, Rossini näher als spätem Beethoven und der Ars Nova verwandt, deren „A“ – die Messe – sich frech mit dem „O“ – weltlichen Melodien – verband. Indie Classical ist die Ars Nova des 21. Jahrhunderts: das „A“ – komponierte Musik in westlicher Tradition – verbindet sich mit dem „O“ – Indie Rock, Singer/Songwriter, Elektronik. Oder intellektuelle Substanz mit kommunikativer Kraft und pop-appeal.

Unsere Haltung ist pluralistisch: die ganze Bandbreite komponierten Schaffens ist förderungswürdig. Jedoch konstatieren wir ein Ungleichgewicht: qualitativ hochstehende genre-übergreifende und post-minimalistische Positionen im aktuellen Musikschaffen kommen im deutschsprachigen Raum zu kurz. Dem wollen wir mit Äpfeln und Oliven, oder Fischen und Vögel, oder eben dem A und O entgegen wirken und sind mit Alex Ross einverstanden, der schreibt: „Eine mögliche Richtung, welche die Musik im 21. Jahrhundert einschlagen könnte, ist die „grosse Fusion“: intelligente Popmusiker und extrovertierte E-Musik-Komponisten, die in etwa die gleiche Sprache sprechen.“[2]

Im ersten Jahr von A&O wird der Schwerpunkt auf Brooklyn gelegt. Denn die dort aktive Indie Classical[3] Szene ist wegweisend für die von Ross beschriebene „grosse Fusion“. So schreibt das Los Angeles Philharmonic Orchestra anlässlich seines Brooklyn Festivals 2013: „Something’s brewing in Brooklyn and, like fin de siècle Vienna or the Downtown Manhattan scene of the 1970s, it’s changing the face of music by blurring the lines between classical and popular, between rock and experimental, and between the concert hall and the nightclub. It’s a neighborhood that’s crackling with enough creative energy to demand attention (...) The LA Phil’s Brooklyn Festival offers a view across the East River into what’s become New York’s most dynamic borough.“[4] Wenn Brooklyn’s Indie Classical Welt für Los Angeles neue Trends setzt, darf es das für Zürich durchaus auch und so freuen wir uns auf ein spannendes, beglückendes Festival!“

 

 

 

About A&O von Judd Greenstein, Ko-Kurator A&O, Artistic Director New Amsterdam Records

 

"The Apples&Olives festival represents an important new development in contemporary music: three musician-led organizations from two separate continents, each bypassing traditional cultural hierarchies, here come together for the first time across the Atlantic to jointly curate a festival. My organization, New Amsterdam Presents/New Amsterdam Records, is an artists’ service organization that supports the public’s engagement with new music by composers and performers whose work is open to all influence, regardless of genre, and is grounded in musical traditions of depth and substance. The artists that we are bringing to Switzerland embody this ideal, with the perfect example found in the song cycle, Penelope, by Sarah Kirkland Snider (co-director of New Amsterdam) with vocals by Shara Worden. Shara Worden is well-known for her incredible band, My Brightest Diamond, but she is also a classically-trained singer who herself recently composed an opera and was the featured soloist in Gorecki's Third Symphony. In Penelope, Sarah Kirkland Snider brought together her extensive classical training and skill with a deeply-honed understanding of indie rock song styles and forms. The result is a cycle for orchestra and vocalist that reads simultaneously as an intricate song cycle and a gripping indie rock album. 

Another group that we will feature, NOW Ensemble, is a perfect representative of the new American chamber music sound of the 21st century. NOW Ensemble is a performer/composer hybrid of seven members, including a five-member chamber quintet with the unique instrumentation of flute, clarinet, electric guitar, double bass, and piano. Having premiered over 70 works in the past 10 years, NOW has created a new body of work that spans our generation, including music by Nico Muhly, Missy Mazzoli, Timo Andres, and many more, as well as their own "house" composers: Mark Dancigers, Patrick Burke, and me. Our contribution to the Apples and Oranges festival will include the Swiss premiere of Plan of the City, an animated video by Joshua Frankel with live music that I composed for NOW Ensemble. We appear in the film, which has us departing from planet Earth to the sounds of my piece, "Change". This work is emblematic of a new, outward-looking multidisciplinary approach to art-making that engages new audiences with complex, original artwork.

Both New Amsterdam and I are excited to partner with Etienne Abelin and Nik Bärtsch, who are engaged in much of the same activity as we are, but in Switzerland. We have been opening each others' ears to new work from our respective countries and we intend to do the same for the festival audience. For me and for my organization, this is a unique opportunity to bring our vision of a post-genre musical landscape to a completely new set of ears."

 

 

 

Von Ynight zum A&O, von Rebekka Meyer und Julia Bachmann von classYcal

 

„So richtig Spass haben uns die Ynights bis jetzt gemacht. Hier, wo klassische Musik im lockeren Ambiente eines Clubs stattfindet, ist das musikalische Anliegen von ClassYcal eingelöst – dass wir damit auf viel Resonanz gestossen sind und ermutigende Erfolge feiern konnten, hat uns gefreut und unser Vorgehen bestätigt. In Zürich und Bern fanden bereits eine ganze Reihe solcher von ClassYcal organisierten Ynights statt und es werden schweizweit weitere folgen. Zudem haben uns diese Veranstaltungen inspiriert und motiviert für mehr: ein eigenes Festival.

Die Ynights bieten einerseits eine ungewöhnliche Stilkombination von Location und Musikgattung und andererseits eine Plattform für Musik, welche sich genau an dieser Kreuzung ansiedelt und kreativ mit unterschiedlichen Musikrichtungen jongliert. Da Gattungsdiskussionen erst mit einer gewissen zeitlichen Distanz klar geführt werden können, wollen wir nur einen Benennungsversuch der in unserem Fokus stehenden Musik aufzeigen. Viele begeisterte Klassikhörer erkennen die andauernde Relevanz der sogenannten klassischen Werke, welche zu einem Kanon gehören. Wie und von wem dieser Kanon zusammengestellt wird, wie auch der Stellenwert eines solchen, ist ein vieldiskutiertes Thema in der Musikwissenschaft. Begriffe wie Werktreue werfen die Frage auf, wie autoritär die Formen der von uns bekannten Musikstücke sind. Eine mögliche Betrachtungsweise der Problematik identifiziert den musikalischen Text als Material, das auch bewusst in einen zeitgenössischen Kontext gestellt werden darf. Ob das nun den musikalischen Text an sich oder die Aufführungspraxis dessen betrifft ist hier insofern irrelevant, weil beide Praktiken in der provisorischen Bezeichnung des Indie Classical enthalten sind. Vom englischen Sprachraum kommend ist Indie Classical (unabhängige Klassik) ein Bezeichnungsversuch für die von prägenden Riten befreite klassische Musik.

Im Willen vom Finden dieser Bezeichnung sehen wir eine Chance, die Welt der klassischen Musik zu öffnen und zu demokratisieren – freilich ohne die bestehende Szene zu entwerten. Da die Relevanz der klassischen Musik im Mittelpunkt steht, diese jedoch neu kontextualisiert werden soll, ergibt sich eine Kontinuität, welche auch im zeitgenössischen kompositorischen Bereich beobachtet werden kann. Indie Classical ist vor allem in den USA und da in New York ein fest etabliertes Phänomen im Musikleben. Shara Worden, Judd Greenstein oder Missy Mazzoli sind Künstlerinnen und Künstler, welche am Schnittpunkt von Klassik, Jazz und Rock komponieren – vom bekannten Musikpublizisten Alex Ross wurde der Begriff des „genre-bending“ dafür geprägt. In der Schweiz steckt dieses genre-bending noch in den Kinderschuhen, ist aber trotzdem kein völlig unbekanntes Ethos – Komponisten wie Nik Bärtsch experimentieren seit Jahren an dieser genre-erweiternden Grenze. Apples&Olives will diesen musikalischen Bereicherungen einen Platz bieten.

Mit dem sollte aber nicht nur ein Trend unterstützt werden. Wir sehen die Notwendigkeit eines Festivals, wo hiesige Künstler mit den etablierten Musikern in Dialog treten können. Auf diese Weise lässt sich die Schweiz als Schaffensterrain erschliessen und in einen internationalen Kontext stellen. Das Festival ist also einerseits ein bis jetzt fehlendes Glied zwischen der internationalen, gefestigten Szene und den vielversprechenden, lokalen Komponisten, und andererseits auch ein wichtiges Element für eine nachhaltige Kulturpolitik: Kompositionsaufträge sollen junge Schweizer Talente fordern und fördern und in einem Panelgespräch wird die so dringende Frage um die zukünftige Entwicklung der klassischen Musik und ihrer Aufführungspraxis zum Thema werden.

In diesem Sinne entwickelt sich auch die Forschung der Musikpädagogik, welche den Wert von kreativen Musikerfahrungen durchaus als fördernswert bezeichnet. Letztere versteht Musik als Handlung, welche, je differenzierter sie stattfindet, das Ausdrucksvermögen und somit das Wahrnehmungsvermögen steigert. Mit den einzigartigen Klangwelten, welche Apples&Olives unterstützen will, öffnen sich somit nicht nur Ausdrucksmöglichkeiten für Künstler, sondern es entsteht auch ein klarer Mehrwert für das Publikum. Die lokale, kulturpolitische Ebene kann ihren Pioniergeist unter Beweis stellen ohne ein grosses Risiko einzugehen, denn die internationale Szene bestätigt schon, dass das Genre, welches als Indie Classical bezeichnet werden kann, das A&O ist, gerade weil es sich nicht klar in eine klassifizierbare Schublade stecken lässt und somit ‚weder noch’ – oder auf English: Apples&Olives – ist.“

 

 


 

[1] Alex Ross: „The Rest is Noise: Das 20. Jahrhundert hören“, S. 598/599

 

[2] Alex Ross: „The Rest is Noise: Das 20. Jahrhundert hören“, S. 598

 

[3] http://pitchfork.com/features/articles/8778-indie-classical/

 

[4] http://www.laphil.com/tickets/brooklyn-festival